Der älteste gemischte Konzertchor der Schweiz

Der Basler Gesangverein stellt sich vor

Der 1824 gegründete Basler Gesangverein gehört zu den ältesten grossen gemischten Chören der Schweiz und ist eine historisch bedeutende Institution der Basler Chortradition. Auf Grundlage seiner zweihundertjährigen Geschichte entwickelt der Verein heute ein künstlerisches Konzept, das Tradition, musikalischen Anspruch und die Erneuerung der Chorpraxis miteinander verbindet.

Mit zwei grossen chorsinfonischen Produktionen pro Saison widmet sich der BGV einem breit gefächerten Repertoire vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik. Im Zentrum seiner Programmgestaltung stehen langfristig konzipierte Projekte mit dem Anspruch, den Chor durch jede neue Produktion weiterzuentwickeln und seine Geschichte in den Dienst einer lebendigen musikalischen Praxis zu stellen.

Seit 2020 entwickelt der Basler Gesangverein unter der künstlerischen und musikalischen Leitung von Facundo Agudin eine eigenständige Dynamik. Je nach Projekt ergänzen junge professionelle Sänger:innen aus der Region Basel die Reihen des Chores. So entsteht ein Raum der Begegnung und Förderung zwischen engagierten Chormitgliedern, jungen Sänger:innen, und profilierten Solist:innen. Getragen wird diese Arbeit von einem festen künstlerischen Team mit Kirill Zvegintsov am Klavier, Francis Benichou als Assistenzdirigent und Marta Mieze als Stimmbildnerin.

Das Sinfonieorchester Basel und das Orchester Musique des Lumières sind im Laufe der vergangenen Spielzeiten zu bevorzugten künstlerischen Partnern des BGV geworden. Konzerte, Koproduktionen und gemeinsame Projekte prägen eine Arbeit, die sich kontinuierlich weiterentwickelt und in der das grosse Chorrepertoire neben Wiederentdeckungen und neuen Werken seinen Platz findet.

Zweihundert Jahre nach seiner Gründung versteht der Basler Gesangverein die Basler Chortradition nicht als statisches Erbe, sondern als lebendigen Raum für Vermittlung, gemeinsames musikalisches Streben und künstlerische Erneuerung.

 

Musikalische Leitung, Korrepetition und Stimmbildung

 

Musikalische Leitung: FACUNDO AGUDIN

Der Schweizer Dirigent argentinischer Herkunft wurde in Buenos Aires und an der Schola Cantorum Basiliensis ausgebildet. Seit 1996 in der Schweiz ansässig, ist er in der Zwischenzeit in zehn verschiedenen Ländern als Musiker aufgetreten. Seine Jahre bei den Basler Madrigalisten und dem Schweizer Kammerchor brachten ihn mit Claudio Abbado, Valery Gergiev, Simon Rattle und Armin Jordan zusammen. 2014/15 debütierte er mit Faust am Mariinsky-Theater, 2017 am Enescu Festival und 2019 am Maggio Musicale Fiorentino. Er arbeitet mit Künstlern wie Ramon Vargas, Sara Mingardo, Giuliano Carmignola und Kent Nagano.

In der Schweiz ist Agudin musikalischer und künstlerischer Leiter des Orchesters Musique des Lumières, mit welchem er Aufnahmen für Oehms Classics, NEOS Music und SRF 2 Kultur gemacht hat. Seit 2017 sind Agudin und Musique des Lumières IBS-Classical-Künstler. Seine neuesten Aufnahmen von Viktor Ullmanns Der Kaiser von Atlantis und von Bach-Kantaten wurden von der internationalen Presse gelobt. In den Jahren 2015 und 2016 wurde er von der Vereinigung der Musikkritiker Argentiniens neben Daniel Barenboim für den Preis als bester argentinischer Dirigent nominiert. 2019 erhielt er den Hauptpreis der KONEX Foundation. Agudin ist Präsident der Jury des CIML Concours de Lausanne und Direktor des Programms Sinfònica Patagonia UNRN.

Seit November 2020 ist er künstlerischer Leiter des Basler Gesangvereins.

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Korrepetition: KIRILL ZVENGINTSOV

Das Repertoire des ukrainischen Pianisten und Dirigenten Kirill Zvegintsov, der seit 2005 in der Schweiz lebt, reicht von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik. Er gestaltet gerne unkonventionelle Programme und bringt selten gespielte Werke zur Aufführung.

Als Dirigent ist Kirill Zvegintsov insbesondere in der Szene der Neuen Musik aktiv. Er leitete zahlreiche Uraufführungen von Ensemblewerken, unter anderem von Asia Akhmetjanova, Oleksandra Katsalap, Emre Sener und Gerard Zinsstag. Prägende künstlerische Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Peter Rundel und Titus Engel im Rahmen der IYCA in Loco (Tessin). Von 2018 bis 2020 absolvierte er die Weiterbildung im Orchesterdirigieren bei Prof. Florian Ziemen an der Hochschule der Künste Bern.

Als Pianist konzertiert Kirill Zvegintsov bei renommierten Festivals wie dem Menuhin Festival Gstaad, dem Davos Festival, Piano à Saint-Ursanne, Murten Classics, dem Musikfestival Bern, Seetal Classics, dem Klavierfest Berlin-Weißensee sowie dem Musiksommer am Zürichsee. Er ist mehrfacher Preisträger bedeutender internationaler Klavierwettbewerbe, darunter in Orléans, Toronto und Calgary sowie beim Bach-Wettbewerb in Würzburg. Er trat als Solist mit zahlreichen Orchestern auf, darunter die Basel Sinfonietta, das Berner Symphonieorchester, die Südwestdeutsche Philharmonie sowie das Orchester des Theaters für Niedersachsen.

Seine Diskografie umfasst mehrere vielbeachtete Einspielungen: 2012 erschien beim Verlag Müller & Schade eine Live-Aufnahme von Schostakowitschs 24 Präludien und Fugen. 2019 folgte bei FY Solstice die CD EAUX-FORTES mit Klavierwerken von Couperin, Debussy, Hugon und Lenot, die von der Kritik einhellig gelobt wurde. Für 2025 ist beim Label WERGO eine neue CD mit Klaviersolowerken von Heinz Holliger erschienen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten entstand.

Kirill Zvegintsov ist Mitbegründer der Konzertreihen «Konzerte am Ausserberg» und “Überraschungskonzerte” in Basel, festes Mitglied des Ensemble Phoenix Basel sowie Co-Dirigent des Kammerorchesters Sinfonietta Bern.

 

Stimmbildung: MARTA MIEZE

Die Mezzosopranistin Marta Mieze wurde in Lettland geboren und lebt seit 2013 in Basel. Marta entdeckte ihre Liebe zu Gesang und klassischer Musik bereits in sehr jungen Jahren. Nach intensiver Ausbildung an der Musikschule ihrer Heimatstadt Jelgava (Lettland) setzte sie ihr professionelles Operngesangstudium an der Lettischen Musikakademie Jāzeps Vītols und am Konservatorium Maastricht (Niederlande) fort. Um ihre chorische Arbeit und stimmbildnerischen Kenntnisse zu vertiefen, studierte sie ergänzend an der Hochschule Luzern Kirchenmusik C mit Hauptfach Chorleitung. Die dort erhaltenen Impulse fliessen in die Arbeit mit ihren Chören ein, die sie mit viel Engagement leitet. Als Solistin, Ensemble- und Chorsängerin sang Marta bei verschiedenen internationalen Festivals und Opernprojekten, u.a. beim Lucerne Festival, Schleswig-Holstein Musikfestival, Opera Zuid und Wien Modern. Ihr Repertoire, mit Schwerpunkt Oper, reicht von Werken des Spätbarocks über die Klassik und Spätromantik bis zu zeitgenössischer Musik.

Neben ihrer sängerischen Tätigkeit unterrichtet Marta mit grosser Leidenschaft Stimmbildung bei der Mädchenkantorei Basel seit 2019. Die Arbeit mit jungen Stimmen liegt ihr sehr am Herzen. Auch als Gesangslehrerin an der Musikschule International Community Music School Basel freut sie sich, angehende Sänger und Sängerinnen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu begleiten.

Seit 2023 ist sie Stimmbildnerin beim Basler Gesangverein.

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